Part 35 - Sinn
Ich habe während meiner U-Boot Tour viel Tagebuch geschrieben. Mal stupide Tagesabläufe, mal einfach meine wirren Gedanken. Chronologisch und jeden Tag. Seite 3 meines Tagebuchs blieb lange leer. Eine Seite, die ich mit Sinn füllen wollte. Sinn meines Seins. Sinn meines Schaffens. Sinn für mich in meinem Leben. Man braucht für sich natürlich keinen Sinn definieren, mir tut das aber irgendwie ganz gut - der Sinn, der mich aus Löchern holt, mich motiviert, mich inspiriert und mir manchmal einen Tritt in den Arsch gibt. Diese Seite habe ich auf dem U-Boot füllen können. Ich werde meine wirren Gedanken ungefiltert schreiben, wie ich es geschrieben habe, ohne es auszubessern oder umzuschreiben. So bleibt es am realsten.
"Mein Sinn.
Ich bin ich. Und das ist gut so. Wie möchte ich sein? Was möchte ich?
Ich möchte real sein. Echt. Ohne Masken. Ich hasse Masken. Masken machen das Leben manchmal einfacher. Aber will ich ein einfaches Leben oder ein echtes? Ein echtes. Zu 100%. Schaffe ich das? Meistens ja. Braucht es eine Maske, um in der Gesellschaft zu funktionieren? Ich glaube nicht. Manchmal habe ich meine Maske auf, um keine Probleme zu bekommen. Ich bin mir in diesen Momenten aber meiner Maske bewusst und weiß, dass ich etwas vorspiele. Es bleibt wichtig, das zu sehen und ehrlich zu sich selbst zu sein. Weiteres Stichwort. Ehrlich sein. Nicht zwingend zu anderen, sondern zu sich selbst. Will ich das? Tut mir das gut? Hab ich da Bock drauf? Schadet mir das? Brauch ich das? Sei ehrlich zu dir. Ungefiltert maskenlos ehrlich. Nur das führt zu nachhaltigem Glücklichsein. Schaff ich das? Immer besser. Ungefiltert ist ein weiteres wichtiges Anliegen. Keine Filter. Ich bin ohne Filter und finde das wichtig. Wenn ich was mag, sag ich das. Wenn ich was nicht mag, sag ich das. Wenn ich was brauche, sag ich das. Keine Filter. Filter schaffen Barrieren. Barrieren, die die eigene Freiheit und den eigenen Frohsinn bremsen. Was ist es noch... Meinungen anderen. Auf Meinungen anderer scheißen. Eine Weiterführung der anderen Punkte ... es darf einen nicht jucken, was andere über einen denken und sprechen. Who the fuck cares. Mich nicht mehr. Und das hilft mir enorm. Man bemerkt es häufig gar nicht wirklich. Aber unterbewusst lenkt man sein Handeln häufig so, dass man anderen gefällt oder dass die öffentliche Meinung nicht verzerrt. Da scheiß ich inzwischen drauf. Und das tut gut.
Und ferner zum Sinn... ich möchte mein Leben so leben, dass es lesenswert ist. Viel erleben... viel sehen, viel lernen... lernen, lernen, lernen. Das Gehirn hat keine Obergrenze.. da passen auch 10 Sprachen rein. Für mich irgendwie Verschwendung, wenn da nur 1-2 Sprachen drin stecken. Braucht man 10 Sprachen? Ne. Reizt es mich dennoch? Ja. In Sprachen steckt Kultur. Stecken Erinnerungen. Stecken Leben. Stecken Identitäten. Deshalb lieb ich das so. Man spürt die Geschichte einer Sprache wenn man sie spricht oder lernt.
Und ansonsten: Abenteuer. Kleine und große. Reisen, die Welt. Liebe. Liebe leben. Sex ohne Ende und Grenzen. Bewegung. Spontaneität. Neue Schritte und kalte Wässer. Viele Sprünge in kalte Wässer. Ich möchte ein Buch in meinem Kopf erschaffen, die jede Seite lesenswert gestaltet. Nicht unbedingt durch Abenteuer, sondern eher durch das Wissen: Jede Seite würde ich wieder so leben. Weil ich mir sicher sein kann: Ich war ehrlich zu mir selbst und habe das gemacht, was ich wirklich wollte. Auch wenn es rückblickend Fehler waren, passt das schon. Zu dem Zeitpunkt war es echt, ehrlich und richtig. Und auch das sind Erfahrungen, die einem zu dem Menschen gemacht haben, der man heute ist.
Ehrlichkeit - seid ehrlich zu euch selbst. Und wagt was. Kalte Wässer. Rein da. Neue Erfahrungen: Machen und wagen. Neue Kapitel, neue Schritte. Neue Zweifel überwinden. Rückschläge positivieren. Ehrlich sein. Was will ich. Worauf hab ich jetzt Bock. Auf Meinungen scheißen. Ehrlich sein, zu euch selbst."
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