Posts

Es werden Posts vom März, 2025 angezeigt.

Part 28 - Das U-Boot

Einige von Euch werden es in meiner Story schon gesehen haben, für mich geht's in ein paar Wochen auf? in? ein U-Boot. Für 3 Wochen werde ich dauerhaft und ohne Pause unter Wasser im U-Boot arbeiten dürfen? müssen? können?  Hier ein paar Gedanken dazu... was ich tun werde, was die Arbeit im U-Boot so ausmacht.  Als Test- und Prüfingenieurin auf einem U-Boot ist man für die Überprüfung und Validierung technischer Systeme zuständig. Der Fokus liegt darauf, Fehler zu identifizieren, Sicherheit zu gewährleisten und die Effizienz der Systeme zu optimieren. Und ganz wichtig: Neue Systeme zu Erproben.  1. Prüfbereiche und typische Systeme - Navigation: Kalibrierung von Sonarsystemen, Trägheitsnavigationssystemen und Periskopen - Antrieb & Energie: Überprüfung von Dieselgeneratoren, Batterien und Elektroantrieben - Lebenserhaltung: Tests an CO₂-Absorbern, Sauerstoffgeneratoren und Wasseraufbereitungsanlagen - Druckkörper & Dichtungen: Belastungstests für Hüllenfestigkeit,...

Part 27 - Lea's Life: Harte Ellenbogen

Warum man Ellenbogen, eine direkte und offene Art braucht – und manchmal auch mal vulgär sein muss Seefahrt ist nichts für zarte Gemüter. Es ist ein harter Job, ein direktes Umfeld, oft laut, oft ruppig. Und als Frau in diesem Beruf? Da muss man sich doppelt beweisen. Wer höflich, leise und zurückhaltend ist, geht schlicht unter. Wer sich nicht durchsetzt, wird übergangen. Wer nicht laut wird, wird nicht gehört. Ob man das Wort "Fuck" öfter hört als das Wort "Please"? Ich denke schon. Wichtig vor dem Lesen. Einige Aspekte hier sind sexistisch oder vulgär, das ist mir bewusst und heiße ich nicht gut. Wieso es hier aber ohne manchmal nicht geht, erkläre ich hier.  Klare Worte – sonst passiert nichts Es gibt Momente, da kann ich nicht warten, bis jemand „bitte“ sagt. Wenn ein Manöver gefahren wird, wenn in einer gefährlichen Situation schnell gehandelt werden muss, dann zählt nur eines: klare, direkte Ansagen. In solchen Situationen gibt es keine Diskussionen, kein „Ka...

Part 26 - Lea's Life: Als ich das Handtuch werfen wollte

Als ich am liebsten abbrechen wollte – Vier Momente, die mich an meine Grenzen gebracht haben Jeder, der viel reist oder unter extremen Bedingungen arbeitet, kennt sie: Diese Momente, in denen man sich fragt, was zur Hölle man hier eigentlich macht. Wo man ernsthaft überlegt, alles hinzuschmeißen, den nächsten Flieger nach Hause zu nehmen und nie wieder zurückzukommen. Ich liebe meinen Job, aber auch ich hatte diese Momente. Sieben davon haben sich besonders eingebrannt. Oder auch jeder der eine Promotion und Doktorarbeit abgeschlossen hat. Diese Phasen des massiven Zweifelns. Die gehören dazu.  Pirateriekontakt – Wenn das Adrenalin übernimmt Piraterie klingt für viele nach Hollywood, für mich ist es eine reale Gefahr, die mir einmal mehr als deutlich bewusst wurde. Wir waren in einem Risikogebiet unterwegs, hatten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Stacheldraht, Wasserschläuche, Scheinwerfer, Notfallprotokolle. Und dann kam die Meldung von der Brücke: Unbekanntes Schnellbo...

Part 25 - Lea's Life: Der Geruchssinn

Geruchssinn auf See – Zwischen Dauerbelastung und Sehnsucht nach Abwechslung Gerüche sind eine unterschätzte, aber allgegenwärtige Komponente des Lebens an Bord. Wer denkt, dass das Meer nur nach frischer Brise und Salz duftet, hat wahrscheinlich nie Monate auf einem Frachtschiff verbracht. Der Geruchssinn wird hier ständig gefordert – manchmal angenehm, oft monoton, gelegentlich überwältigend. Zum Thema Geräusche hatte ich ja bereits was geschrieben: Nun ist die Nase an der Reihe 😋 Dauerpräsenz von Schiffgerüchen – wenn alles gleich riecht Am Anfang ist es noch aufregend. Die salzige Seeluft, die leichte Diesel-Note aus der Maschine, der Geruch von Öl und Metall in den Gängen – das alles hat seinen eigenen Reiz. Doch nach Wochen auf See wird dieser Mix zur Normalität. Der Geruch des Schiffs setzt sich in der Kleidung fest, in den Kabinen, in der Haut und bei Frauen auch in den Haaren. Man merkt es selbst kaum noch, bis man an Land geht und plötzlich in einer Welt voller neuer Düfte s...

Part 24 - Lea's Life: Wut und Streit

Wann ich mal wütend oder laut werde Grundsätzlich bin ich eine ruhige Person. Ich mag keine unnötigen Konflikte, halte mich meist aus hitzigen Diskussionen raus und versuche, mit Logik, Geduld und manchmal auch Humor durch den Alltag zu kommen. Doch es gibt Momente, in denen ich laut werde – nicht, weil ich Lust auf Streit habe, sondern weil es notwendig ist. Und das ist meistens dann der Fall, wenn es um Sicherheit geht. Arbeiten auf See gehört zu den gefährlichsten Berufen der Welt. Die Unfallrate in der Schifffahrt ist um ein Vielfaches höher als in vielen anderen Branchen. Laut der International Maritime Organization (IMO) passieren jedes Jahr Hunderte schwerer Unfälle, oft mit tödlichem Ausgang. Besonders häufig sind Stürze über Bord, Brände, Maschinenunfälle und Kollisionen. Die extremen Bedingungen auf See – starker Seegang, eisige Temperaturen, tropische Hitze oder schlechte Sicht – verschärfen die Risiken zusätzlich. Besonders gefährlich sind Arbeiten im Maschinenraum, auf Dec...