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Es werden Posts vom Juli, 2025 angezeigt.

Part 45 - Sprache und Charakter

Es gibt nicht nur eine Lea. Es gibt mindestens acht. Und sie alle sprechen unterschiedliche Sprachen. Nicht im Sinne von: Ich kann in acht Sprachen einen Kaffee bestellen. Sondern: Ich verändere mich, wenn ich die Sprache wechsle. Ich weiß nicht, ob ich hier zu viel rein interpretiere, aber es fällt mir schon auf. Liegt natürlich auch am Gegenüber, aber vielleicht ist es Euch auch schon aufgefallen; dass sich euer Charakter ändert, wenn ihr die Sprache ändert.  Tonfall, Haltung, Humor, Auftreten, sogar Denkstruktur, all das passt sich an. Nicht bewusst. Es passiert einfach. Sprache drückt nicht nur Gedanken aus. Sie formt sie. Und mit den Gedanken auch den Charakter. Ich habe lange gebraucht, um das zu merken. Aber heute weiß ich: Je nach Sprache bin ich jemand anderes. Nicht vollkommen fremd. Aber doch spürbar anders. Irgendwie komisch zu erklären oder zu beschreiben, aber ich versuche hier mal meine Gedanken pro Sprache etwas zu erklären. Für gewöhnlich spricht man auf dem Schiff...

Part 44 - Kleidung und Charakter

Ich bin nicht jeden Tag dieselbe Person. Nicht im Kern, aber in der Art, wie ich auftrete. Wie ich spreche, wie ich gehe, wie ich denke. Ich verändere mich. Nicht grundlegend, aber spürbar. Und einer der stärksten Auslöser für diese Veränderung ist: Kleidung. Klingt banal, oder? Ist es nicht. Kleidung entscheidet bei mir nicht nur, ob mir warm ist, oder ob ich praktisch angezogen bin. Kleidung verändert meine Rolle und mit ihr meinen Charakter. Und das passiert nicht bewusst. Es passiert automatisch, wie ein inneres Umschalten. Fast, als hätte jede Kleidung ein eigenes Betriebssystem, das mein Verhalten neu kalibriert. 1. In Arbeitskleidung: Ich werde funktional, hart, direkt – fast unnachgiebig Wenn ich in meine Arbeitsklamotten steige, passiert etwas Tiefgreifendes, fast wie ein psychologischer Schaltvorgang. Ich verschwinde als Frau. Nicht vollständig, nicht innerlich – aber äußerlich bin ich nicht mehr als weiblich lesbar. Meine Rundungen? Weg. Taille? Weg. Meine Brüste wirken unte...

Part 42 - Was tägliches Abenteuer mit einem macht

Was tägliches Abenteuer mit einem macht Abenteuer. Klingt für viele nach Freiheit, Sonnenuntergang, große Geschichten. Für mich ist es: Alltag. Jobbeschreibung. Realität. Und die ist nicht nur cool, sie frisst dich auf, Stück für Stück, ob du’s merkst oder nicht. Ich hab irgendwann gemerkt: Wenn du jeden Tag Stress hast, echten Stress, der dich an deine Grenzen bringt, dann werden Alltagsprobleme so klein, dass du fast drüber stolperst, weil du sie gar nicht mehr ernst nimmst.  Rechnungen, Termindruck, Streit in der Familie? Lächerlich, wenn du ein paar Stunden vorher in einer Zone unterwegs warst, wo einer mit ’ner Kalaschnikow dein Schiff liebäugelt. Am Anfang fühlt sich das geil an. Du wirst zäh, du bist hart im Nehmen, du grinst über Sorgen, die andere zerfressen. Du denkst dir: „Ich hab Schlimmeres überlebt. Komm mir nicht mit Kleinzeug.“ Aber das ist auch ein Teufelskreis. Dein Kopf verlangt mehr. Du brauchst den nächsten Kick. Du gewöhnst dich an Adrenalin wie andere an Kaff...

Part 40 - Alleine Reisen - die Herausforderungen

Nun zu den Herausforderungen und Schwierigkeiten....  1. Niemand fängt dich auf, wenn was schiefgeht (Verletzung, Überfall, Verlust). Alleine unterwegs zu sein ist Freiheit — aber es heißt auch: Du bist dein eigenes Sicherheitsnetz. Wenn du dir ein Bein brichst, dir den Magen verdirbst oder dir nachts jemand die Tasche klaut, ist da niemand, der dich schnell ins Krankenhaus fährt, deine Sachen bewacht oder dich einfach mal festhält, wenn du Panik schiebst. Mit Lena zusammen oder mit Freunden wäre das anders: Da teilt man den Stress. Wenn einer überfallen wird, kann der andere rennen, Hilfe holen, Karten sperren, während du dich halbwegs sortierst. Allein hast du diese Option nicht. Du musst deinen Kopf oben behalten, auch wenn dir kotzübel ist oder du dich irgendwo verletzt hast. Ich hab das selber schon ein paar Mal gemerkt, nichts Dramatisches, aber Kleinigkeiten reichen: Portemonnaie verloren, Kreditkarte blockiert, einmal ziemlich fiese Magenkrämpfe mitten in der Pampa. Da bis...

Part 39 - Alleine reisen

Ich schreibe hier ein paar Zeilen zum Thema Vor- und Nachteile des Alleine Reisens. Erstmal zu den Vorteilen:  1. Du kannst spontan entscheiden, wohin, wann, wie lange — null Kompromisse.   Alleine reisen ist für mich wie einmal tief Luft holen, nach Monaten an Bord, wo du nie wirklich alleine bist und dich ständig abstimmen musst. Jeder Gang zum Klo, jede Pause, jede Essenszeit — alles wird irgendwo geteilt. Du steckst deine Bedürfnisse oft zurück, weil es im Schichtplan nicht anders geht oder weil du keinen Streit willst. Und selbst in meiner Beziehung ist das ja so: Lena und ich können echt gut zusammen reisen, wir sind da ein eingespieltes Team. Nur: Lena hat ein ganz anderes Tempo als ich. Sie will alles sehen, alles mitnehmen, immer noch einen Umweg machen, noch schnell den Aussichtspunkt, noch schnell den Markt. Ich liebe das an ihr, weil sie mir Ecken zeigt, die ich alleine nie gefunden hätte. Aber es kostet halt auch Kraft. Wenn ich alleine unterwegs bin, bin ich mit ...