Part 5 - Lea's Life: Liebe, heiße Momente und Vermissen

Sexualität auf See – Wie man damit klarkommt

Lange Zeit auf einem Schiff, wenig Privatsphäre, kaum Berührung – und trotzdem ist man ja kein Mönch (oder Nonne). Klar, über das Thema spricht keiner offen in der Messe beim Kaffee, aber mal ehrlich: Jeder hat seine Bedürfnisse. Und wer Monate unterwegs ist, findet einen Weg, damit umzugehen. Und muss einen Weg finden, damit umzugehen. Es bleibt nun, mal mehr mal weniger, ein menschliches Bedürfnis und ist genauso wichtig wie Essen, Trinken und Schlafen. Und deshalb möchte ich hier auch drüber schreiben. 


Selbst ist die Crew

Sex an Bord? In den meisten Fällen absolut keine Option. Zum einen, weil sich die meisten Crewmitglieder monatelang auf engstem Raum sehen und arbeiten – das birgt Drama-Potenzial. Zum anderen, weil Beziehungen auf Schiffen nicht gern gesehen sind. Da bleibt oft nur eine Lösung: Selbst ist der Seemann, die Seefrau oder wer auch immer.

Die Herausforderung? Privatsphäre ist ein rares Gut. Die Kabinen sind klein, die Wände dünn, und wenn man Pech hat, teilt man sich die Unterkunft auch noch mit jemandem. Da heißt es: Taktik ist alles. Glücklicherweise hab ich als Frau da das Privileg eines Einzelzimmers. 

Die besten Zeitfenster sind oft dann, wenn die anderen auf Schicht sind oder irgendwo auf dem Schiff beschäftigt. Und leise sein? Absolutes Muss. Niemand will der oder diejenige sein, über die nach der Wache getuschelt wird.


Rubbeln vor dem Rubbeln

Aber bevor an den entscheidenden Korperstellen Hand angelegt werden kann, müssen die Hände sauber werden. Und ich muss zugeben.. manchmal hängt das Öl und Fett so sehr in den Händen und unter den Fingernägeln, dass das schon ab und zu der Grund war, es heute einfach mal nicht zu tun. 😆 Also vor dem "Rubbeln" erstmal "rubbeln". Bis die Hände dann mal ganz sauber sind, kann es schon mal 15 Minuten dauern. 


Helferlein und Pornos – Was geht auf See?

Nun ja, Streaming ist an Bord oftmals kritisch und schwierig. Wer also auf Pornos steht, sollte sich vorher was runterladen – vorausgesetzt, man will nicht mitten im entscheidenden Moment mit „Verbindung verloren“ hängenbleiben. Manche haben sich auch erotische Hörbücher oder Texte aufs Handy gepackt – ist diskreter und funktioniert auch ohne WLAN. Oder hier und da auch ein heißes Buch mit im Koffer. 

Und dann gibt’s natürlich noch die technischen Helferlein. Wer smart ist, packt sich kompakte, leise und leicht zu versteckende Toys ein. Kein Mensch will an Bord einen vibrierenden Koffer beim Sicherheitscheck erklären müssen. Auch wenn jeder weiß, dass jeder irgendwie diese Bedürfnisse hat, ist es vor allem als Frau unter Männern schon etwas unangenehm, sollte da was die Runde machen. 

Und für Paare gibt’s mittlerweile sogar fernsteuerbare Spielzeuge, die man per App bedienen kann. Ein bisschen Hightech-Knistern über Distanz.


Was auch sonst? 

Spaziergang als Entspannung? Geht nicht. Sport als Ausgleich? Schwierig. Sich mit Freunden treffen? Auch nicht möglich. Aber der Stress muss ja irgendwie auch mal verarbeitet oder abgebaut werden. Freizeitmöglichkeiten an Bord sind begrenzt, aber Selbstbefriedigung geht immer und überall – schnell, unkompliziert und ohne viel Planung. Egal, wie stressig der Tag war oder wie wenig Ablenkung es sonst gibt, das hier ist die eine Sache, die immer, mehr oder weniger gut, funktioniert. Kein Equipment nötig (außer man mag es technisch), keine Terminplanung – einfach abschalten, entspannen und Druck abbauen. Außerdem der beste Weg um das Schiff, den Alltag an Bord, die Sinne, den Dreck, die Gerüche, die Arbeit mal für ein paar Minuten voll auszublenden. Und noch ganz offen und direkt: Für meine Fatigue und MS bedingte Symptome gibt es manchmal nichts besseres als eine heiße Wohlfühlsession.


Sexting und Co. – Wenn die Partnerin mit im Spiel ist

Zum Glück bin ich verlobt mit einer Frau, die genauso viel um die Ohren hat wie ich. Trotzdem bleibt da natürlich eine gewisse Sehnsucht. Manchmal ist’s einfach nur schön, ein heißes „Ich denk an dich“-Foto zu schicken, oder eine Sprachnachricht, die dann genau im richtigen Moment auftaucht. 

Für uns ist es aber auch oft das Kopfkino, das zählt. Manchmal reicht es schon, wenn man ein bisschen spielerisch fies ist und Andeutungen macht – Vorfreude kann schließlich ziemlich heiß sein.


Wiedersehen macht geil - Sex nach der Rückkehr

Es gibt ja dieses Klischee vom Seemann, der nach Monaten auf See an Land stürmt und direkt ins nächste Bett springt. Nun ja, ganz falsch ist das nicht; nur dass ich nicht ins nächstbeste Bett, sondern in genau eins will: das meiner Verlobten.

Monate ohne körperliche Nähe? Man gewöhnt sich irgendwie dran. Man lenkt sich ab, findet andere Wege (siehe vorheriges Kapitel) und versucht, nicht ständig darüber nachzudenken. Aber dann kommt dieser Punkt, an dem man nur noch die Tage zählt. Der erste Kuss, die erste Berührung - und dann ist da dieser Moment, wo sich alles aufgestaute Verlangen entlädt. 


Erst die Gänsehaut, dann das Chaos

Es fängt ja nicht erst im Bett an. Schon wenn wir uns am Flughafen oder zu Hause in die Arme fallen, spürt man dieses Kribbeln, die Anspannung, die Vorfreude auf das, was kommt. Die Art, wie die Hände plötzlich ein bisschen zu lange verweilen, wie die Blicke sich verändern. Und dann geht's meistens nicht mehr lange, bis wir es nicht mehr aushalten.

Und dann? Dann explodiert das Ganze. Monate ohne Körperkontakt machen was mit einem. Es ist roh, intensiv, manchmal fast unkontrolliert aber genau das macht es so besonders. Wir sind nicht nur verliebt, wir sind auch einfach verdammt geil aufeinander. 😆


Qualität statt Quantität

Natürlich ist die erste Runde nach der Rückkehr immer besonders wild aber auch danach ist es nicht einfach „Alltag". Wir wissen, dass wir nur begrenzte Zeit haben, also nutzen wir sie. Da gibt's keine „Ach, nicht heute, ich bin müde"-Ausreden. Wir genießen jede Berührung, jede Nacht, jede Gelegenheit, weil wir wissen, dass es irgendwann wieder heißt: Abschied.

Und vielleicht ist genau das das Geheimnis. Die Vorfreude, das bewusste Erleben, das Wissen, dass man die gemeinsame Zeit nicht verschwenden will. Unser Sex ist nicht nur ein körperliches Bedürfnis, sondern ein absolutes Highlight jeder Heimkehr.


Jeder Abschied macht den nächsten Sex noch besser

Klar, es wäre schön, sich jeden Tag sehen zu können aber dann wäre es halt einfach normal. So ist es jedes Mal wie ein erstes Mal, nur mit der Sicherheit und Vertrautheit einer festen Beziehung. Ein verdammt heißer Mix.

Und bis zum nächsten Mal? Tja, da bleibt wieder nur Vorfreude. Aber die ist ja bekanntlich die schönste Lust.


Fazit: Man findet immer einen Weg

Ja, monatelang ohne körperliche Nähe ist nicht immer einfach, aber es gibt Lösungen. Die einen setzen auf Pornos und Toys, die anderen auf Sexting und Fantasie. Und am Ende ist das Beste daran sowieso die Rückkehr – wenn man endlich wieder in den Armen der Partnerin landet.

Und bis dahin? Gute Planung, leise sein und bloß nichts vergessen runterzuladen. 😉

 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Part 34 - Isolation und Einsamkeit

Part 32 - Die Sache mit der Privatsphäre

Part 30 - Wieder aufgetaucht