Part 11 - Lea's Life: Diese Charaktereigenschaften sind wichtig
Diese Eigenschaften musst du mitbringen – Was du an Bord wirklich brauchst
Leben und Arbeiten auf einem Frachtschiff ist natürlich kein gewöhnlicher Job. Du bist wochen- oder monatelang mit einer kleinen Gruppe von Menschen auf engem Raum, hast keine schnelle Fluchtmöglichkeit und bist rund um die Uhr von der Umgebung abhängig. Kein Supermarkt um die Ecke, keine Pizza-Lieferung, kein spontaner Stadtbummel zur Ablenkung, kein Schatzi zum Schmusen. Wer das durchhält, braucht bestimmte Charaktereigenschaften, die sich im normalen Alltag kaum entwickeln. Hier sind neun essentielle Eigenschaften, die du unbedingt mitbringen solltest... solltest 😆
1. Emotionale Stärke – Wenn’s hart wird, nicht einknicken
Es gibt Tage, an denen du einfach nur noch fluchen willst. Vielleicht läuft ein Test komplett schief, die Maschine streikt, das Wetter ist miserabel, oder du hast eine miese Nacht hinter dir. Zuhause würde man sich einen ruhigen Abend gönnen oder sich mal kurz verkriechen – an Bord geht das nicht. Du kannst nicht einfach abhauen, du kannst dich nicht verstecken. Wer hier emotional nicht stabil ist, geht irgendwann auf dem Zahnfleisch. Du musst in der Lage sein, Frust runterzuschlucken, weiterzumachen und in stressigen Situationen nicht die Nerven zu verlieren.
2. Flexibilität – Pläne sind gut, aber das Meer interessiert sich nicht dafür
Wenn du ein Fan von durchgetakteten Abläufen bist, wirst du an Bord schnell an deine Grenzen kommen. Pläne? Schön und gut. Aber die Natur, die Technik und unzählige andere Faktoren scheren sich nicht darum. Vielleicht ist ein Hafen gesperrt, vielleicht ändert sich der Kurs, vielleicht wird deine geplante Testreihe durch einen Notfall unterbrochen. Es geht nicht darum, dass du planlos durchs Leben gehst – sondern darum, dass du nicht aus der Bahn geworfen wirst, wenn plötzlich alles anders kommt.
3. Selbstständigkeit – Niemand hat Zeit, dich an die Hand zu nehmen
Auf einem Frachtschiff gibt es keinen Platz für Leute, die ständig darauf warten, dass jemand ihnen sagt, was zu tun ist. Wenn du ein Problem hast, dann löse es. Wenn du etwas nicht weißt, dann frag oder finde es selbst heraus. Hier gibt es keine Vorgesetzten, die sich um dein Wohlbefinden kümmern – du bist für dich selbst verantwortlich. Das bedeutet auch, dass du mit neuen Situationen klarkommen musst, ohne dass dir jemand den perfekten Lösungsweg vorkaut. Kann anfangs ziemlich schwierig sein, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das tatsächlich ziemlich cool so. Aber das muss man können und wollen.
4. Teamfähigkeit – Ohne Crew geht gar nichts
Ein Schiff funktioniert nur als Team. Du bist auf die anderen angewiesen, und sie auf dich. Es gibt keine Ausreden, keine Extrawürste und keine Sonderbehandlungen. Wenn jemand keine Lust hat, Aufgaben zu übernehmen oder Konflikte mit sich rumschleppt, leidet die ganze Crew darunter. Du musst mit den verschiedensten Charakteren klarkommen, auch wenn du sie privat nie als Freunde auswählen würdest.
Manchmal wird diskutiert, manchmal kracht es – aber am Ende müssen alle zusammenarbeiten, egal, was vorher war. Denn wenn’s drauf ankommt, zählt nur, dass das Schiff weiterläuft. Und vor allem der Team Aspekt ist als Frau schwierig... hier wird man dann - bewusst oder unbewusst - öfter mal ausgeklammert oder bekommt die Extrawurst.
5. Anspruchslosigkeit – Luxus ist woanders
Wer Wert auf Komfort legt, wird auf einem Frachtschiff nicht glücklich. Die Kabinen sind klein, das Essen ist oft einfach, und Freizeitmöglichkeiten sind begrenzt. Du wirst nicht immer schlafen können, wenn du willst, du wirst nicht immer duschen können, wann du willst, und du wirst dich an Lebensmittel anpassen müssen, die vielleicht nicht deine erste Wahl wären. Wer das nicht aushält, wird schnell unzufrieden. Wer aber mit wenig zufrieden ist, merkt, dass man eigentlich gar nicht so viel braucht. Wichtig ist hier auch, dass man sich nicht beim Meckern erwischt. Meckern macht die Laune mies und verbessern tut's die Situation auch nicht. Überleben tut man ja auch ohne feinste Speisen und großem Haus. Zumindest temporär 😆
6. Geduld – Weil Warten zum Alltag gehört
An Bord wird viel gewartet: auf Ersatzteile, auf bessere Wetterbedingungen, auf den nächsten Hafen. Manchmal sitzt du Stunden oder Tage auf Abruf, weil sich die Pläne ändern. Wer ungeduldig ist und ständig nach "Wann geht’s weiter?" fragt, wird wahnsinnig. Wer sich aber auf den Rhythmus des Schiffs einlässt, lernt, dass Warten dazugehört – und oft eine gute Gelegenheit ist, sich mal wirklich zu entspannen. Zwangspausen tun dann schon ab und zu mal gut.. zumindest rückblickend 😆
7. Belastbarkeit – Nicht jeder hält das durch
Das Leben an Bord ist sowohl physisch als auch mental anstrengend. Der Lärm, die ständigen Bewegungen des Schiffs, lange Schichten, Schlafmangel, Isolation von Familie und Freunden – all das kann an die Substanz gehen. Wer nicht belastbar ist, bricht irgendwann ein.
Es bedeutet nicht, dass man keine schlechten Tage haben darf – aber man muss in der Lage sein, trotzdem weiterzumachen. Denn das Meer hält nicht an, nur weil du eine Pause brauchst.
8. Andere Meinungen schlucken – Auch wenn’s schwerfällt
An Bord treffen Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen aufeinander. Kulturelle Unterschiede, politische Meinungen, persönliche Ansichten – alles ist vertreten. Und ja, manchmal wird diskutiert oder gestritten. Schimpfwörter fliegen umher. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem du lernen musst, Dinge einfach stehen zu lassen.
Du wirst nicht jeden überzeugen können, und du wirst dich nicht mit jedem einig sein. Trotzdem müsst ihr zusammenarbeiten und miteinander klarkommen. Wer sich wegen jeder Meinungsverschiedenheit in Rage redet oder Streit anfängt, macht sich das Leben unnötig schwer. Manche Sachen schluckt man einfach runter – weil es wichtigeres zu tun gibt. Das kann ich inzwischen ziemlich gut... auch wenn's schade ist, sowas können zu müssen. Aber als Frau, homosexuell, braucht man diese Eigenschaft dann relativ häufig.
9. Humor – Ohne den geht gar nichts
Wenn du alles todernst nimmst, hältst du es hier nicht lange aus. Irgendwann läuft immer irgendwas schief – und dann hilft oft nur, drüber zu lachen. Wer sich über jede Panne aufregt oder immer nur das Negative sieht, macht sich selbst und anderen das Leben schwer.
Humor ist Überlebensstrategie. Es gibt Leute, die können mitten im größten Sturm noch einen Spruch reißen – und genau die sind es, die du in deinem Team haben willst. Das sind dann auch die Momente, die einem abends im Bett dann noch durch den Kopf gehen. 😊
Fazit – Bist du dafür gemacht?
Leben und Arbeiten auf einem Frachtschiff ist kein Job für Leute, die ständig nach Bequemlichkeit, Sicherheit und Kontrolle suchen.
Es ist ein Job für Leute, die Herausforderungen mögen, sich auf Unvorhergesehenes einlassen können und mit wenig klarkommen. Für Menschen, die emotionale Stärke haben, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und wissen, dass das Leben nicht immer planbar ist.
Wer sich in dieser Beschreibung wiederfindet, könnte sich an Bord richtig wohlfühlen.
Wer schon beim Gedanken an wenig Komfort, lange Wartezeiten oder Diskussionen mit Leuten, die anders ticken, die Krise bekommt – der sollte sich gut überlegen, ob das wirklich sein Ding ist.
Denn eines ist sicher: Das Meer ist unberechenbar – aber es belohnt diejenigen, die sich darauf einlassen.
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